Verlag: Avant-VerlagAutor: Appollo
Zeichner: Hervé Tanquerelle
Farben: Isabelle Merlet
Erscheinungsjahr: 2015
«Pass auf: Wir vögeln
dich jetzt ein bisschen,
dann verkaufen wir
dich an die Berber!»
dich jetzt ein bisschen,
dann verkaufen wir
dich an die Berber!»
Zur Handlung:
Das Zeitalter des Alpenüberquerers und Feldherren Hannibal ist lange vorbei, der mächtige Stadtstaat Karthago steuert auf seinen Untergang zu. Der Dritte Punische Krieg tobt, die römischen Legionen unter Konsul Scipio stehen seit drei Jahren vor den Stadtmauern Karthagos und hungern die Bevölkerung aus. In diesen unsicheren Zeiten wird das Land von zwei ruchlosen Halunken noch unsicherer gemacht: Herodamus dem Gallier und Berkan dem Numiden. Den zwei Wegelagerern fällt nach einem Überfall auf eine Karawane aus Utica die bildhübsche und gerissene Tara in die Hände. Sie schlägt ihnen ein gefährliches, aber lukratives Geschäft vor. Während die Stadt Karthago kurz vor dem Fall steht, bersten die Schatzkammern der punischen Tempel immer noch über vor Gold. Tara ist im Auftrag der Diebesgilde auf dem Weg dorthin, um den Schatz der Hohepriester zu rauben. Herodamus und Berkan werden kurzerhand für den Jahrhundertcoup rekrutiert und finden sich plötzlich zwischen allen Fronten wieder. (Quelle: Avant-Verlag)
Meine Meinung zur Story:
"Die Diebe von Karthago" ist im Grunde ein antiker Heist-Movie: Eine Schicksalsgemeinschaft, bestehend aus einem trotteligen, notgeilen Gallier, einem etwas gewissenhafterem Numider und einer schönen Tempeldienerin, auf der Suche nach Reichtümern. Die Geschichte ist nichts für zarte Gemüter: Sehr explizit und gewalttätig, in derber Sprache geschrieben und man sieht haufenweise nackte Haut und Geschlechtsteile. Die absolute Ungeschontheit der Geschichte wird einem spätestens zu dem Zeitpunkt klar, wenn Nacktheit und Tod kombiniert werden und selbst Kinder dem Schwert und dem Feuer zum Opfer fallen. Auch wenn es komisch klingen mag: Ich bin kein Freund von Zensur jeglicher Art und empfand diese Tabubrüche als sehr erfrischend. Die Geschichte der Menschheit ist halt kein Disney-Film.
Die Geschichte spielt auf 112 Seiten verteilt und liest sich wie ein Hollywood-Streifen. Es gibt einen Hauptspannungsbogen und diverse kleine Geschichtsfäden von Verbündeten und Feinden, die sich am Schluss zu einem Großen und Ganzen zusammenfügen – sofern sie nicht vorher "gekappt" werden...
Trotz der Brutalität kommt auch der Humor nicht zu kurz, für den eindeutig die Figur des Galliers zuständig ist. Sogar eine an Monty Python's "the Life of Brian" erinnernde Szene kommt drin vor, die trotz der Düsterheit sehr gekonnt humoristisch durchbrochen wird. Des Weiteren darf man sich auf sehr schön inszenierte epische Schlachten freuen, die ihrerseits an den Film "Troja" erinnern.
Meine Meinung zu den Zeichnungen:
Hervé Tanquerelles kohleartiger Strich passt sehr gut zu diesem Abenteuer. Die Bildkompositionen sind meisterhaft umgesetzt und er versteht es wunderbar, den realistischen Körperproportionen einen dezent cartoonhaften Look zu verpassen. Die Farbwelten sind von Isabelle Merlet generell sehr intensiv gehalten, allerdings kommt ein sattes, reines Schwarz so gut wie nie vor, was für eine gewisse Weichheit sorgt und sehr angenehm wirkt. Zudem strotzen die Zeichnungen vor Details und lassen einen in ein realistisch wirkendes Karthago der Antike eintauchen.
Interessiert?
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Fazit:
Verdammt, es wäre einfach unfair, diesem Comic auf Biegen und Brechen einen Stern abzuerkennen, nur um für Abwechslung in der Wertung zu sorgen. Ich habe lange überlegt und finde keine richtigen Makel. Darum auch hier:
5/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

